Andy Weir:

Der Marsianer –
rettet Mark Watney

* ** *

erschienen 2015

Heyne Verlag

512 Seiten

9783453316911

intelligenter SciFi um einen sympathischen Mars-Robinson und seine Rettung

Noch ein Tipp:

Ein anderes Weltraumabenteuer, ein französischer Klassiker

Ein gewaltiger Marssturm zwingt die Mars-Astronauten der NASA zum vorzeitigen Aufbruch. Bei der Evakuierung wird Mark Watney von Trümmerteilen getroffen. Sein Funk und der Biomonitor fallen aus. Sein Team hält ihn für tot und muss ihn zurücklassen.

Doch er überlebt. In einer denkbar lebensfeindlichen Umwelt, mit viel zu wenig Nahrung und ohne Möglichkeit, die NASA zu erreichen. Ein moderner Robinson nimmt die Herausforderung an.

Das Buch macht Freude, denn die Hauptfigur ist sehr sympathisch und hat etwas von Daniel Düsentrieb. Das Buch schildert den langen und mühsamen Weg von Mark, die Kommunikation doch noch wieder herzustellen und die Bemühungen auf der Erde, Mark zu retten. Das aber ist sehr schwierig, denn allein der Flug zum Mars dauert mehrere Monate.

Auch in dieser Schiene wird das Buch spannend. Technische Herausforderungen sind nur ein Problem. Auch grundsätzliche Entscheidungen sind umstritten. Jeder Rettungsweg ist riskant, aber manche riskieren nicht nur das Leben von Mark. Ist das zu verantworten?

Auf dem Mars gibt es nur einen Akteur, auf der Erde sind es natürlich sehr viele. Leider sind nicht alle Charaktere so klar gezeichnet, dass sie mir plastisch vor Auge stehen. Hier wäre eine noch bessere Charakterzeichnung in meinen Augen wünschenswert.

Dennoch ist das Buch gut. Die schwierigen technischen Details werden verständlich und leicht verdaulich an den Leser weitergereicht. Auch, dass viel Mathematik bei allen Entscheidungen eine wesentliche Rolle spielt, wird mehr als deutlich. Dennoch macht auch mir mit einer Mathe-Allergie das keinerlei Probleme. Hier liegt Weirs Stärke: schwierige Probleme einen unkundigen Publikum zu vermitteln.

Auch Mark, der mit immer neuen Rückschlägen kämpfen muss, von denen jeder einzelne lebensbedrohlich, ist ein Pluspunkt des Buches. Immer, wenn man denkt, nun hat der Tausendsasser die Hauptgefahr gebannt, schmeißt ihm die Geschichte Knüppel zwischen die Beine und er ist wieder bis zum Hals in Schwierigkeiten. Er erweist sich also als ein wunderbares Stehaufmännchen, an dessen Schicksal der Leser gerne Anteil nimmt. Sein bissiger Humor und unkaputtbarer Optimismus machen ihn zum von der ersten Seite an zum liebenswerten Symapthieträger.

An der Sprache ist nichts zu bemäkeln. Hier liest man eine geschmeidige Feder von schlichter, eingängiger Zweckmäßigkeit, ohne besondere Bilder oder Eigenheiten. Genau das richtige für einen Pageturner, bei dem man ohne Ablenkung die Handlung weiterverfolgen will. Sprachakrobatische Kunststücke werden weder erwartet noch geboten.

Da Buch ist gut. Leider ist es noch besser verfilmt worden. Das ist nur darum schlecht, weil der Film trotz seiner Kürze aufzeigt, wo das Buch dramatisches Potential verschenkt hat. Und das ist leider passiert, besonders am Schluss. Das Ende eines Buches sollte der Höhepunkt sein, die Klimax, bei der die Spannung einen deutlichen Gipfel erreicht.

Im Buch hält Andy Weir lange Zeit die Spannung auf recht konstant hohem Niveau, doch es gelingt ihm leider nicht auf den letzten Seiten noch einmal Gas zu geben. Da schafft es der Film doch, noch eine ordentliche Schippte drauf zu legen. Ich kann nicht einmal behaupten, dass dieses Mehr nur der Größe der Leinwand und filmischen Mitteln geschuldet wäre. Die Dramatik der letzten Schwierigkeiten hätte auch rein erzählerisch eingefangen werden können. Ohne den Film wäre es mir vielleicht nicht aufgefallen. Doch so erkenne ich hier verschenktes Potential.

Darum eine klare Leseempfehlung, aber leider nicht die volle Punktzahl.

 

3.4.2021

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